„Mo Cluerlot … 2, Rue Bertigiuere …“

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Paris 1900 – Jahr der Weltausstellung 

„Mo Cluerlot … 2, Rue Bertigiuere …“

Es bedarf bei unserer monatlichen Künstlervorstellung eigentlich keiner zusätzlichen Worte, was das umfangreiche Schaffenswerk der Künstlerin Elisabeth Büchsel (* 29. Januar 1867 in Stralsund; † 3. Juli 1957 in Stralsund) anbetrifft. Einige Veröffentlichungen zu Ihrem Leben und künstlerischem Werk wurden seitens unserer Galerie in den letzten Jahren veröffentlicht. Doch im Januar 2014 möchten wir unseren Monatsbeitrag zusätzlich einem ganz besonderem Werk dieser Künstlerin widmen.

Ihr Wirken und Ihr künstlerisches Erbe ist dem Kenner dieser außerordentlichen Künstlerin bekannt; tiefe emotionale Verbundenheit mit Ihrer Person und Ihrem unverwechselbaren Duktus, der diese Emotionalität Wirklichkeit werden ließ und beständig wachsen lässt, manifestiert den Begriff Ihrer Außergewöhnlichkeit.

Gewöhnlich ist – ohne negative Attribution aus dem Blickwinkel unserer Galerie – durch historische Eckpfeiler, umfangreicher Recherche und sehr aufwendiger Aufnahme des künstlerischen Erbes in ein Werkverzeichnis – den Nachweis zu erbringen, dass Werke zweifelsfrei einem Künstler, einem bestimmten dargestellten Ort oder einer spezifischen Schaffenszeit zu zu ordnen sind.

Damenakademie Paris um 1900

Damenakademie Paris um 1900

Außergewöhnlich ist eher, dass wir dem bisher zugänglichen Erbe – ohne exakte Bestimmung –  ein Werk hinzufügen möchten, welches in der Lage sein darf, ihre Präsenz und ihr Wirken während des Aufenthalts in Paris in den Jahren 1900 bzw. 1903 bildhaft zu dokumentieren und zu ergänzen.

Zu Ausbildungszwecken und als Renommee für eine professionelle künstlerische Tätigkeit, galt es zum Ende des 19. Jahrhunderts bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts als unerlässlich, an einer der beiden großen Privatakademien in Paris zu studieren. Der Biografie Elisabeth Büchsels ist zu entnehmen, dass sie an der Académie Julian und/oder der Académie Colarossi Malunterricht nahm.

Nur sehr wenige Arbeiten Büchsels aus ihrer Pariser Zeit sind bekannt. Daher sind wir stolz, ein Bindeglied des Wirkens von Elisabeth Büchsel präsentieren zu können, das nicht nur Ihre Eindrücke des Aufenthaltes aus der Pariser Zeit darstellt, sondern vielmehr auch ihre künstlerische Entwicklung während ihrer Studienzeit bildhaft aufzeigt.

EB Mein Atelier

Elisabeth Büchsel, Öl auf Holz, 21 x 15 cm, signiert u.l. „EB“, 1900 oder 1903

DSC005831900 ist ihr erster kurzer Parisaufenthalt. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich u.a. auch Paula Becker, die in der Künstlerkolonie Worpswede tätig ist, bereits in der französischen Hauptstadt. Im Jahre 1903, dem zweiten und entscheidenden Aufenthalt in der Seinemetropole lernt sie auch die Malerei von Künstlern wie Vincent van Gogh, Claude Monet oder Pierre-Auguste Renoir kennen. Unter diesem impressionistischen Einfluss verfeinert Elisabeth Büchsel ihren persönlichen Stil.

Académie_Julian_1889Neben Elisabeth Büchsel (Künstlerkolonie Hiddensee) studierten zu dieser Zeit auch andere namhafte Künstlerinnen wie Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Clara Rilke-Westhoff (alle Künstlerkolonie Worpswede) oder auch Hedwig Woermann (Künstlerkolonie Ahrenshoop) sowie Käthe Kollwitz (Berlin) an der Académie Colarossi im Quartier Latin in Paris.

In dieser Zeit entstand wohl das abgebildete Werk einer Hausansicht in den engen Strassen von Paris. Ein Werk, das vielleicht als Geschenk für gewährte Unterkunft während ihrer Studienaufenthalte gemalt wurde? Für die Möglichkeit zum künstlerischen Wirken in den „eigenen vier Wänden“? Ein Andenken für lieb gewonnene Freunde?

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Die genauen Hintergründe zu diesem Werk, entstanden während ihrer Studienjahre in Paris, sind ohne große Recherche nicht einfach auf zu lösen. Aber es stellt sich uns die Frage, ob dies zwingend notwendig ist. Der leidenschaftliche Sammler und Kenner des Schaffenswerks von Elisabeth Büchsel wird uns zustimmen, dass jedes Bild aus ihrer Hand immer eine eigene Geschichte trägt und einzigartig ist.

EB Atelier Paris

Bildrückseite mit handschriftlichem Vermerk:

„Mo Cluerlot … 2, Rue Bertigiuere …

Quelle: Galerie „Der Panther“ – fine art


panther-logo-fuer-webDie Galerie „Der Panther“ – fine art

widmet sich hauptsächlich Werken des Deutschen Impressionismus, Expressionismus und der Klassischen Moderne.

-> zum Künstlerverzeichnis unserer Galerie

 

 

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