Eugène Boudin (* 12. Juli 1824 in Honfleur; † 8. August 1898 in Deauville) war ein französischer Maler, Vorläufer des Impressionismus und einer der ersten Freilichtmaler.
Leben
Als Sohn eines Hafenlotsen arbeitete Boudin bereits im Alter von zehn Jahren als Schiffsjunge auf einer dampfgetriebenen Fähre zwischen Le Havre und Honfleur. 1835 zog die Familie nach Le Havre, wo Boudins Vater einen Laden für Schreibwaren und Bilderrahmen eröffnete, in dem auch der junge Eugène arbeitete, bevor er später sein eigenes Geschäft hatte.
Eugène Boudin lernte einige Kunstmaler aus der Gegend kennen und begann, ihre Bilder in seinem Laden auszustellen. Maler wie Constant Troyon, Jean-François Millet und Eugène Isabey ermutigten Boudin, selbst zum Pinsel zu greifen. Mit 22 Jahren gab er sein Geschäft auf und arbeitete ausschließlich als Maler.
„La Grenouillière“
Pastell auf geripptem Maschinenbütten
ca. 40 x 50 cm (o. R.)
Monogrammiert u. m. „E. B.“ (Eugene Boudin)
Gutachten von Dr. Bettina Best, München, April 2018
Preis auf Anfrage
Claude Monet, La Grenouillère, 1869, Öl auf Leinwand, 74,6 x 99,7 cm (© Metropolitan Museum of Art, New York).
Im Sommer 1869 richteten Monet und Renoir ihre Staffeleien in La Grenouillère ein, einem Boots- und Badeort an der Seine, nicht weit von Paris entfernt. Monet bemerkte am 25. September: „Ich habe einen Traum, ein Gemälde, die Bäder von La Grenouillère, für die ich einige schlechte Skizzen gemacht habe, aber es ist nur ein Traum. Renoir, der gerade zwei Monate hier verbracht hat, will auch versuchen diese Malerei zu machen“. Unter ihren verschiedenen Darstellungen des Themas ähnelt diese Komposition einer von Renoir im Nationalmuseum Stockholm.
„Trois dames avec troupeau de moutons„
Mischtechnik auf Papier
17 x 24,5 cm (o. R.)
ca. 45 x 55 cm (inkl. Rahmung „Montparnasse“)
Entstehung um 1865
Gutachten von Dr. Bettina Best, München, Okt. 2018
Preis auf Anfrage
Passepartout / Museumsglas
32 x 46 cm (o. R.)
Monogrammiert u. L. „E. B.“ (Eugene Boudin)
Preis auf Anfrage
Mit einem Stipendium der Stadt Le Havre konnte er ab 1851 in Paris studieren. Studienreisen führten ihn nach Flandern, Südfrankreich, Venedig und vor allem immer wieder in die Bretagne – er blieb jedoch stets seiner Heimat Normandie treu.
Nach 1850 entstand auf der Ferme Saint-Siméon in der Nähe von Honfleur eine kleine Künstlerkolonie, wo Boudin sich mit befreundeten Malern, wie Gustave Courbet, Eugène Isabey, Johan Barthold Jongkind, Claude Monet, Constant Troyon u. a. traf und die er zum Malen in der freien Natur anregte.
Ab 1859 nahm Boudin regelmäßig am Pariser Salon teil. 1874 stellte er auch auf der ersten Ausstellung der Impressionisten im Pariser Studio des Fotografen Nadar aus.
1881 lernte Boudin Louis Braquaval, den Schwiegersohn eines guten Freundes, kennen und machte ihn zu seinem Schüler in Honfleur. Sie blieben sich auch über die Lehrjahre hinaus freundschaftlich verbunden. So schenkte Boudin Braquavals Frau ein Gemälde mit deren Haus in Saint-Valery-sur-Somme.
Eugène Boudin starb am 8. August 1898 im Alter von 74 Jahren und ruht auf dem Cimetière Saint-Vincent am Montmartre in Paris.
Der Nachlass befindet sich größtenteils im Musée Eugène Boudin in Honfleur sowie im Musée Malraux in Le Havre.
Museen (Auswahl)
- Musée Eugène Boudin, Honfleur
- Musée des Beaux-Arts André Malraux, Le Havre
- Nordfriesisches Museum. Nissenhaus Husum, Husum
Literatur (Auswahl)
- Jens Rosteck: Himmelskönig, Strandpoet – Wie Eugène Boudin in seinen Seestücken die Anfänge des Badetourismus in der Normandie festhielt. Erfinder des Strandbilds und Wegbereiter des Impressionismus. In: mare Nr. 98, Juni/Juli 2013, S. 98–109.
Quelle: wikipedia 04/2018
Beitragsbild: Eugène Boudin in Deauville-Trouville, Juni 1896
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