Anta Rupflin

Anta (eig. Antonia, geb. Treu) Rupflin, * 28.1.1895 Pasing, † 22.2.1987 Augsburg, Malerin, Fotografin

Leben

Geboren in München-Pasing wuchs Anta Rupflin in Augsburg auf. Nach ihrer schulischen Ausbildung in der Augsburger Maria-Ward Schule und einem begonnenen Kunststudium an der Königlichen Kunstgewerbschule in München trat sie 1915 den Schwesterndienst im Lazarett während des 1.Weltkrieges an.

Am 22. Mai 1916 heiratete sie Rudolf Lammel. Ein Jahr später kam ihre Tochter Ruth zu Welt, 1919 folgte der gemeinsame Sohn Wolf. Drei Jahre nach der Geburt des zweiten Kindes 1922 ließ sich Anta Rupflin von Lammel scheiden. Noch im selben Jahr heiratete sie Karl Rupflin, Kunstprofessor an der Städtischen Kunstschule Augsburg.

Bis 1984 war Rupflin künstlerisch in ihrem Atelier tätig und starb schließlich 1987 in ihrer Heimatstadt Augsburg.

 

„Portrait einer jungen Frau“

Öl auf Leinwand
90 x 60 cm
Monogrammiert „A. R.“

rückseitig signiert (u. m.): „Anta Rumpflin“
Entstehung um 1925

Preis auf Anfrage

 

Schaffen

Ihre ersten Jahre an der Kunstgewerbeschule in München lernte die junge Künstlerin unter anderem bei F.H. Ehmcke. Privaten Unterricht nahm sie zusätzlich bei Hugo Ernst Schnegg (1919 und 1921) sowie Willi Geiger (1922–1923).

Nach einem kurzen Studium der Fotografie bei Franz Kroher 1923 bekam die Künstlerin die außergewöhnliche Gelegenheit, einen Kurs bei Amédée Ozenfant in Paris zu belegen. Neben Ozentfant ist es die in Paris lebende polnische Künstlerin Mela Muter, die Anta Rupflin stark prägte und mit der sich über viele Jahre eine enge Freundschaft entwickelte.

In den Jahren zwischen 1925 und 1931, in denen sie häufig nach Paris reiste um dort einige Monate bei und mit Mela Muter zu arbeiten, waren künstlerisch für sie sehr prägende Jahre. Melas vom Fauvismus und Kubismus der 1920er Jahre geprägte Porträts, Stillleben und Landschaften hatten einschlägigen Einfluss auf Antas Malerei. Durch ihre Lehrerin und Freundin entwickelte sich jedoch nicht nur ihr künstlerisches Geschick weiter, die Freundschaft öffnete Ihr auch Tore in die zu jener Zeit doch sehr exklusiven Kunstszene in Paris. Unter anderem traf sie dort auf Größen wie Édouard Vuillard – den sie eigenen Angeben zufolge porträtiert hat – und Rainer Maria Rilke.

In den Jahren nach Paris folgten schließlich viele Reisen unter anderem nach Collioure, Arles, Tunis und Positano, teilweise mit ihrem Mann, aber auch zusammen mit Mela Muter. 1954 sollte sie eine Reise nach Ischia bringen, eine Insel, auf die sie später immer wieder zurückkehren sollte und deren Landschaft, Städte und Menschen häufig in ihren Werken zu finden sind. Während der 1970er Jahre zog es die Malerin schließlich immer wieder nach Ibiza. In der Zeit, die sie auf der Balerareninsel verbrachte, entwickelte sich ihre Farbpalette sowie ihre Malweise immer mehr zum Expressiven. Bis ins hohe Alter schuf Anta Rupflin noch zahlreiche Landschaften, Stillleben, Kompositionen, wobei sie sich mit fortschreitendem Alter immer häufiger von rein gegenständlicher Malerei zu entfernen schien um sich in vielen ihrer späten Werke der Abstraktion zu widmen.

Anders als ihre Künstlerkollegen jener Zeit, hatte Anta Rupflin zu ihren Lebzeiten nur eine einzige öffentliche Ausstellung in der Galerie Schöninger in München.

Werke (Auswahl)

  • Eine rote Tulpe im blauen Glas. Um 1925. Aquarell über Bleistift auf Aquarellpapier. Ca. 18,5 x 14 cm (Blattgröße ca. 35,5 x 25,5 cm). Verso mit dem Nachlassstempel.
  • Junge Frau mit aufgestütztem Arm. Um 1928. Öl auf Leinwand. Ca. 62,5 x 50 cm.
  • Blüten. Um 1980. Aquarell und Gouache auf Velin. Ca. 47 x 34 cm. Zweifach monogrammiert unten rechts und unten links.
  • Obstbäume. Öl auf Karton. Ca. 42,5 x 42,5 cm. Verso auf dem Karton mit dem Nachlassstempel.

 

Literatur (Auswahl)

  • „Anta Rupflin, eine vergessene Malerin“, 1992;
  • „Münchner Maler im 19./20. Jahrhundert 6“, 1994, 251 f.;
  • Rainer Zimmermann, „Expressiver Realismus“, 1994, 437 f.;
  • „Anta Rupflin, Sehnsucht nach Poesie“ [Kat.], 1996;
  • Ingrid von der Dollen, „Malerinnen im 20. Jahrhundert“, 2000, 351.

 

Quelle:  wikipedia, Oktober 2019
Titelbild: Kunstszene Paris (Montparnasse) um 1925


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