Franz Pflugradt

Friedrich Ludwig Franz Pflugradt (* 19. Januar 1861 in Peenwerder/Demmin; † 16. Februar 1946 in Zingst war ein deutscher Landschaftsmaler.

Leben

Der Sohn eines Landwirtes war zunächst ebenfalls in diesem Beruf tätig. Erst mit 27 Jahren begann er auf Anraten seines Onkels, des Berliner Malers Gustav Pflugradt (1828–1908), ein Studium an der Berliner Kunstakademie. Hier besuchte er die Landschaftsklasse bei Eugen Bracht[2] und Max Koner. Danach war er einige Zeit freiberuflich in Berlin tätig. Ab 1910 hatte er seinen Wohnsitz in Stralsund, Studienreisen führten ihn mehrmals nach Skandinavien.

 

„Weg nach Neuendorf“
Öl / Malpappe
19 x 24 cm (o. R.)
monogrammiert und datiert u. L „FLP 1903“
rückseitig bezeichnet „Weg nach Neuendorf“
Preis auf Anfrage

Die Sommermonate verbrachte er regelmäßig auf dem Darss und Zingst sowie auf den Inseln Hiddensee und Rügen. Er war der Maler der Landschaft Vorpommerns. Seine hauptsächlichen Motive kamen aus der dortigen Natur, aber auch Ansichten von Städten und einzelnen Bauwerken, hierbei bevorzugt von Stralsund und anderen Städten der Region, gehörten zu seinem Schaffen. Um 1920 entstand das Gemälde „Stralsund von der Seeseite“, in dem der Maler die Farben nicht nur mit dem Pinsel, sondern auch mit Spachtel und Holzstäbchen aufbrachte und so eine atmosphärische, „impressionistische“ Wirkung erreichte. Bis zur Weltwirtschaftskrise fand er zahlreiche Käufer für seine Arbeiten, geriet aber zusehends in Vergessenheit, so dass er einsam und verarmt starb. Erst zwischen 1952 und 1975 erwarb das Kulturhistorische Museum Stralsund 15 Ölgemälde und ein Aquarell aus Privatbesitz, darunter Landschaften der pommerschen Küsten- und Inselregion, norwegische Gebirgsblicke, Jagdszenen und Stadtansichten.

Die Hansestadt Stralsund benannte die Franz-Pflugradt-Straße nach dem Maler. Anlässlich des 50. Todestags des Malers ehrte ihn das Kulturhistorische Museum der Stadt 1997 mit einer Sonderausstellung.[3] Eine weitere Sonderausstellung zeigte das Museum Zingst 2017.[4]

Franz Pflugradts malerischen Wurzeln reichten im Übrigen noch weiter als bis zum Onkel zurück, sein Ur-Großonkel war Caspar David Friedrich.

„Seine Motive holte er aus der heimischen Landschaft: Waldwinkel, Insellandschaften, Küstenblicke, Flussufer, Bauernhöfe in Jahres- und tageszeitlichen Stimmungen. Mit satten, oft dunkleren Farben und kräftigem lebendigen Duktus gestaltete er sie zu malerischen Formen.
Das unmittelbare Seherlebnis sollte zu spüren sein.“

Dorina Kasten[5]

 

Literatur

  • Friedrich Schulz: Ahrenshoop. Künstlerlexikon. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 2001, ISBN 3-88132-292-2, S. 144.
  • Ruth Negendanck: Hiddensee: die besondere Insel für Künstler. Edition Fischerhuder Kunstbuch 2005, ISBN 978-3-88132-288-1. S. 109
  • Grete Grewolls: Pflugradt, (Friedrich Ludwig) Franz. In: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. das Personenlexikon. Hinstorff, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01405-1.
  • Siegfried Weiß: Maler der Landschaften Mecklenburgs und Vorpommerns – Gustav und Franz Pflugradt, in: Weltkunst, H. 14, 15. Juli 1997

Einzelnachweise

  1. Sonderausstellung Franz Pflugradt auf http://www.zingst.de
  2. in dessen Schülerlisten jedoch nicht aufgeführt; vgl. Manfred Großkinsky: Eugen Bracht (1842–1921). Ausst.-Kat. Darmstadt 1992, ISBN 3-935283-10-5
  3. 26. Januar bis 9. März 1997
  4. Sonderausstellung Franz Pflugradt – Museum Zingst
  5. Dorina Kasten: Der Landschaftsmaler Franz Pflugradt. Beiblatt zur Ausstellung des Kulturhistorischen Museums der Hansestadt Stralsund, 1997.