Franz Skarbina

(* 24. Februar 1849 in Berlin; † 18. Mai 1910 in Berlin) war ein deutscher Maler des Impressionismus, Zeichner, Radierer und Illustrator.

Franz Skarbina wurde als Sohn des Goldschmieds Nikolaus Skarbina aus Agram, dem heutigen Zagreb, und der Henriette Eleonore Kayser, Tochter eines Wappenmalers im Haus Spittelmarkt 11/12 in Berlin geboren.
Eigene Ateliers unterhielt er in der Prinzenstraße 21 (1869) und Leipziger Platz 3 (1880). Ab Februar 1893 hatte er Atelier und Wohnung in der Königin-Augusta-Straße 41.
Skarbina zeichnete sich zeitlebens durch einen ausgeprägten Wirklichkeitssinn aus, weshalb auch seine künstlerische Entwicklung vorwiegend vom Realisten Adolph Menzel beeinflusst wurde.

fsk-berliner-strassenszene

„Abendliche Straßenszene in Berlin“
Kohle / Blei auf Papier
monogrammiert u.r.
ca. 30 x 23 cm
Preis auf Anfrage

Ausstellungsbeteiligung:

„Liebermann bis Pechstein –
Stadtansichten Berlins in der Malerei der Berliner Secession“,
Museum Schlösschen im Hofgarten in Wertheim,  12.11.2016  – 19.03.2017

In den Jahren 1865–1869 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin. Nach zwei Jahren Hauslehrertätigkeit (1869–1871) bei den Töchtern des Grafen Friedrich von Perponcher-Sedlnitzky (preußischer Generalmajor à la suite, bis 1888 Oberhofmarschall des Kaisers, dann Oberstgewandkämmerer) ging er auf Reisen nach Dresden, Wien, Venedig, München, Nürnberg und Meran. 1877 machte Skarbina Studienreisen nach Holland, Belgien und Frankreich, hielt sich lange in Paris auf und malte hier unter dem Einfluss der französischen Impressionisten bewegte Szenen auf Großstadtstraßen, in Vergnügungslokalen, Theatern und an Seestränden.
1878 wurde er Hilfslehrer an der Akademie, 1881 lehrte er Anatomisches Zeichnen und Proportionslehre an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin.
1882 lebte er in Paris und beteiligte sich ab 1883 an Ausstellungen im Pariser Salon. Auch 1885/1886 war er ein Jahr in Paris mit Studienaufenthalten u. a. in Nordfrankreich, Belgien, Holland. Hier hatte er seine wohl größte Schaffenszeit.
1888 wurde er an der Akademie für Bildende Künste ordentlicher Professor. 1889 nahm er an der Jubiläumsausstellung zum 100. Jahrestag der Französischen Revolution teil. 1892 wurde er zum Mitglied der Künstlerakademie gewählt und 1904 sogar in deren Senat berufen. 1893 legte er allerdings sein Lehramt nieder, nachdem es zu Differenzen mit Anton von Werner gekommen war.
Im Jahr 1892 gehörte er zusammen mit Max Liebermann und Walter Leistikow zu den Gründern der Gruppe der Elf in Berlin, wo es im gleichen Jahr bei einer Munch-Ausstellung zum Skandal kam. 1893 hielt er sich wieder in Nordfrankreich und Holland auf. 1895 wurde er Aufsichtsratsmitglied der Zeitschrift Pan.
Er war im Jahr 1898 Mitbegründer der Berliner Secession, kehrte erst 1902 wieder in den Verein Berliner Künstler zurück und erhielt auch offizielle Aufträge.
Ab 1898 war Franz Skarbina im Auftrag von Ludwig Stollwerck Mitglied der Jury zur Bewertung von Entwürfen aus Preisausschreiben für Stollwerck-Sammelbilder und –Sammelalben. Weitere Preisrichter waren die Professoren Emil Doepler d.J., Woldemar Friedrich und Bruno Schmitz aus Berlin sowie ein Teilhaber der Firma Stollwerck.
Richtig populär wurde Skarbina zu seiner Zeit durch ein recht pathetisches Bild von den Kundgebungen vor dem Berliner Stadtschloss nach der Reichstagswahl vom 6. Februar 1907.
Skarbina verstarb am 18. Mai 1910 im Alter von 61 Jahren in seiner Wohnung in der Königin-Augusta-Straße 41 an einem akuten Nierenleiden, das erst acht Tage zuvor aufgetreten war. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof der St.-Jacobi-Kirchengemeinde in Berlin-Neukölln direkt am Hermannplatz.
Der Nachlass des Künstlers verbrannte im Zweiten Weltkrieg. Seine Werke sind heute weltweit verbreitet. Auch viele deutsche Museen besitzen Arbeiten des Künstlers.

Literatur (Auswahl):

„Liebermann bis Pechstein –
Stadtansichten Berlins in der Malerei der Berliner Secession“,
Begleitbroschüre zur Ausstellung, Museum Schlösschen im Hofgarten in Wertheim,  12.11.2016  – 19.03.2017

Margrit Bröhan: Franz Skarbina. Ars Nicolai, Berlin 1995, ISBN 3-89479-057-1

Karl-Robert Schütze: Franz Skarbina: Ein Erwachen. In: Castan’s Panopticum. Ein Medium wird besichtigt, Heft 24, Berlin 2015, F3-20 f.

Quelle: Wikipedia


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