Eugène Boudin

Eugène Boudin (* 12. Juli 1824 in Honfleur; † 8. August 1898 in Deauville) war ein französischer Maler, Vorläufer des Impressionismus und einer der ersten Freilichtmaler.

Leben

Als Sohn eines Hafenlotsen arbeitete Boudin bereits im Alter von zehn Jahren als Schiffsjunge auf einer dampfgetriebenen Fähre zwischen Le Havre und Honfleur. 1835 zog die Familie nach Le Havre, wo Boudins Vater einen Laden für Schreibwaren und Bilderrahmen eröffnete, in dem auch der junge Eugène arbeitete, bevor er später sein eigenes Geschäft hatte.

Eugène Boudin lernte einige Kunstmaler aus der Gegend kennen und begann, ihre Bilder in seinem Laden auszustellen. Maler wie Constant Troyon, Jean-François Millet und Eugène Isabey ermutigten Boudin, selbst zum Pinsel zu greifen. Mit 22 Jahren gab er sein Geschäft auf und arbeitete ausschließlich als Maler.

„La Grenouillière“
Pastell auf geripptem Maschinenbütten
ca. 40 x 50 cm (o. R.)
Monogrammiert u. m.  „E. B.“
Preis auf Anfrage

Boudin schuf in hohem Alter (er starb 1898) eine Variante zu La Grenouillière, die stilistisch die Malweisen von Renoir und Monet vereint. Das Bild La Grenouillière von Monet war bis 1893 im Besitz von Susanne Manet und wurde in diesem Jahr nach USA verkauft. Dieses Ereignis mag den Boudin bewogen haben, sich als Erinnerung an das entschwindende Original ein Pastell davon angefertigt zu haben, das er spielerisch und erinnerungsreich an die Freundschaft der beiden Maler Monet und Renoir variierte. Dafür sprechen auch die Steilküstenformationen am jenseitigen Seinufter. Sie können u. a. an die Heimat der Normandie der beiden Maler Monet und Boudin erinnern. In der Normandie an der Nordsee empfahl Boudin dem jungen Karikaturisten Monet aus Honfleur Maler zu werden und zu diesem Zweck Himmel und Wasser genau zu studieren. So finden wir die beiden Maler u.a. an den Steilküsten in Trouville und Estretat.

 

Mit einem Stipendium der Stadt Le Havre konnte er ab 1851 in Paris studieren. Studienreisen führten ihn nach Flandern, Südfrankreich, Venedig und vor allem immer wieder in die Bretagne – er blieb jedoch stets seiner Heimat Normandie treu.

Nach 1850 entstand auf der Ferme Saint-Siméon in der Nähe von Honfleur eine kleine Künstlerkolonie, wo Boudin sich mit befreundeten Malern, wie Gustave Courbet, Eugène Isabey, Johan Barthold Jongkind, Claude Monet, Constant Troyon u. a. traf und die er zum Malen in der freien Natur anregte.

Ab 1859 nahm Boudin regelmäßig am Pariser Salon teil. 1874 stellte er auch auf der ersten Ausstellung der Impressionisten im Pariser Studio des Fotografen Nadar aus.

1881 lernte Boudin Louis Braquaval, den Schwiegersohn eines guten Freundes, kennen und machte ihn zu seinem Schüler in Honfleur. Sie blieben sich auch über die Lehrjahre hinaus freundschaftlich verbunden. So schenkte Boudin Braquavals Frau ein Gemälde mit deren Haus in Saint-Valery-sur-Somme.

Eugène Boudin starb am 8. August 1898 im Alter von 74 Jahren und ruht auf dem Cimetière Saint-Vincent am Montmartre in Paris.

Der Nachlass befindet sich größtenteils im Musée Eugène Boudin in Honfleur sowie im Musée Malraux in Le Havre.

Museen

  • Musée Eugène Boudin, Honfleur[1]
  • Musée des Beaux-Arts André Malraux, Le Havre[2]
  • Nordfriesisches Museum. Nissenhaus Husum, Husum

Literatur

  • Jens Rosteck: Himmelskönig, Strandpoet – Wie Eugène Boudin in seinen Seestücken die Anfänge des Badetourismus in der Normandie festhielt. Erfinder des Strandbilds und Wegbereiter des Impressionismus. In: mare Nr. 98, Juni/Juli 2013, S. 98–109.

 

Quelle: wikipedia 04/2018
Beitragsbild: Eugène Boudin in Deauville-Trouville, Juni 1896