Sabine Lepsius

(* 15. Januar 1864 in Berlin; † 22. November 1942 in Bayreuth) war eine deutsche Porträtmalerin.

Leben:

Sabine Lepsius war die Tochter des Bildnismalers Gustav Graef. Ihr Werdegang wurde bestimmt vom bürgerlich-künstlerischen Milieu, in dem sie aufgewachsen war. Von ihrem Vater ausgebildet, zeigte sie schon im Alter von 21 Jahren ihre Schöpfungskraft in einem souverän gemalten Selbstbildnis. 1902 heiratete sie den bekannten Maler Reinhold Lepsius. Sie galt als ähnlich begabt wie ihr Ehemann, und um die Jahrhundertwende waren beide Künstler mit ihren impressionistischen Porträts im Stil Liebermanns und Slevogts äußerst beliebt in Finanz- und Industriekreisen. Ihr Bruder war der Kunsthistoriker und Archäologe Botho Graef.

Ihr Salon in Berlin-Westend war in dieser Zeit ein gesellschaftlicher Fixpunkt. Hier trafen sich Geistesgrößen wie Georg Simmel und Wilhelm Dilthey, August Endell und Rainer Maria Rilke. Zudem war die Malerin eine begeisterte Anhängerin von Stefan George, mit dem sie freundschaftlich verbunden war,[2] und den sie 1898 porträtierte. Einige Jahre lang hielt der Dichter und Lyriker während seiner Aufenthalte in Berlin zeremonielle Lesungen bei dem Künstlerehepaar ab. Ihren Briefwechsel und die Geschichte ihrer Freundschaft hat Sabine Lepsius im Jahr 1935 publiziert.

Veröffentlichungen:

  • Vom deutschen Lebensstil; Leipzig: Seemann & Co. 1916
  • Stefan George : Geschichte einer Freundschaft. Berlin: Verl. Die Runde 1935
  • Ein Berliner Künstlerleben um die Jahrhundertwende :Erinnerungen; München: G. Müller 1972

Literatur:

  • Irmgard Wirth: Berliner Malerei im 19. Jahrhundert; Siedler Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-572-10011-9, S. 349.
  • Ruth Glatzer (Herausgeberin): Das Wilhelminische Berlin; Siedler Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-88680-561-1, S. 192.
  • Annette Dorgerloh: Das Künstlerehepaar Lepsius. Zur Berliner Porträtmalerei um 1900. Akademie Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05-003722-9 (Digitalisat bei Google bücher)
  • Annette Dogerloh: Sabine Lepsius. In: Britta Jürgs (Hg.): Denn da ist nichts mehr, wie es die Natur gewollt. Portraits von Künstlerinnen und Schriftstellerinnen um 1900. AvivA Verlag, Berlin, 2001, ISBN 3-932338-13-8; S.216-232

Quelle: wikipedia

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