Anna Gerresheim

(geb.: 8. März.1852 in Ribnitz – gest.: 1. Dezember 1921 in Ahrenshoop)

Die Malerin und Grafikerin Anna Gerresheim wurde vor allem mit ihren Landschaftsbildern bekannt. Neben großformatigen Gemälden schuf sie auch Radierungen und Farbholzschnitte. Die Künstlerin gilt als eine der Begründerinnen der Ahrenshooper Künstlerkolonie.

Gerresheim wurde 1852 als sechstes Kind des Theologen und Juristen Eduard Adolph Gerresheim und dessen Ehefrau Dorothea Henriette in
Ribnitz-Damgarten geboren. Sie wuchs in Güstrow auf und verspürte früh den Wunsch, Malerin zu werden. Als Frau war ihr um diese Zeit jedoch der Zutritt zur Kunstakademie verboten. So konnte sie eine Ausbildung nur in privaten Malschulen absolvieren. Die Eltern ermöglichten ihr den Besuch der Malschule von August Tom Dieck in Dresden. Nach dem Tod des Vaters wechselte Gerresheim 1876 nach Berlin in die Malschule von Karl Gussow. Während ihrer Ausbildungsjahre entstanden vor allem Porträts und Genrebilder.

1880 besuchte Anna Gerresheim die Künstlerkolonie Hornbaek in Dänemark, wo sie Bekanntschaft mit den Werken der Skagener Künstler machte. In dieser Zeit entstanden viele Landschaftsstudien der Ostsee. Unter dem Eindruck der Fischerbilder Peder Severin Kroyers und Kristian Zartmanns Seestücken malte sie ein Jahr später den Wustrower Hafen. 1881 wurde erstmals eines ihrer Gemälde in der Akademischen Kunstausstellung in Berlin zu gezeigt.

1882 reiste die Künstlerin nach London und Wales, wo sie die Zeit mit Studien an der See verbrachte sowie Porträtaufträge erfüllte. Ihr Traum, in Paris bei Emile Auguste Carolus Duran und Jean Jacques Heller, beides bedeutende Porträtmaler dieser Zeit, zu studieren, wurde 1883 erfüllt. 1884 wurde Gerresheim Mitglied im Berliner „Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen“ und nahm an dessen Ausstellungen teil. Kunsthändler begannen, sich für ihre Arbeiten zu interessieren.

Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, gab sie eine zeitlang Malunterricht für die Familie Le Fort in Ludwigslust und war zeitweise sogar Gesellschafterin einer russischen Prinzessin in Berlin.
1891 kaufte Gerresheim gemeinsam mit ihrer Schwester Bertha ein Grundstück in
Ahrenshoop und errichtete „An der Düne 37“ das erste Künstlerhaus der späteren Künstlerkolonie. Ab 1894 sttand fast ausschließlich die Landschaft der Ostsee im Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Im Selbstverlag gab sie Lithografien und Radierungen heraus. Auch während des 1. Weltkrieges blieb Gerresheim Ahrenshoop treu. Hier starb sie im Jahr 1921.

Literatur (Auswahl):

Anna Gerresheim – Das grafische Werk – Von der Griffelkunst zum Erlebnis der Farbe. Berlin: MCM ART Verlag. 2003.
Ruth Negendanck: Anna Gerresheim: Ihr Weg nach Ahrenshoop. Fischerhude: Verlag Atelier im Bauernhaus. 2002.

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