Künstlervorstellung Willy Jaeckel

Willy Jaeckel

(* 10. Februar 1888 in Breslau; † 30. Januar 1944 in Berlin bei einem Bombenangriff) war ein deutscher Maler. Er zählt zu den wichtigen Vertretern des deutschen Expressionismus.

Jaeckel,Willyl_1888-1944

Willy Jaeckel (vor 1930) – Foto von H. Brinckmann-Schröder, Braunschweig

Leben

1888 in Breslau geboren, fühlte er sich schon als Jugendlicher zur Malerei hingezogen. 1906 hatte er sich gegen alle Widerstände durchgesetzt und begann an der Akademie Breslau bei Eduard Kaempfer das Studium der Malerei, 1908 wechselte er nach Dresden zu Otto Gußmann, der neuen Strömungen gegenüber als besonders aufgeschlossen galt. Als Vertreter des Expressionismus bestritt er 1913 erfolgreich seine erste Ausstellung in Berlin.

WJaeckelundHauptmannIm Laufe der zwanziger Jahre avancierte Jaeckel zu einem angesehenen, bekannten Berliner Maler. Seit 1925 hielt er sich regelmäßig auf der Insel Hiddensee auf und pflegte unter anderem freundschaftlichen Kontakt zu Gerhart Hauptmann (1862-1946).

Bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten genoss der begehrte Portraitist und Gastgeber rauschender Künstlerfeste Willy Jaeckel hohes gesellschaftliches Ansehen. Danach wurden seine Werke aus Ausstellungen entfernt und in öffentlichen Sammlungen magaziniert.

 

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“Liegender Frauenakt”
Tusche / aquarelliert auf Papier
54 x 40 cm
um 1915

Signatur u. r.: “W. Jaeckel”
Preis auf Anfrage

1907 besuchte der schon anerkannte Maler zum ersten Mal die Insel Hiddensee. In Kloster mietete der prominente Künstler schon seit 1925 jährlich ein Sommerquartier und erwarb 1937 ein Haus, in dem er während der Sommermonate arbeitete und in den Jahren des Nationalsozialismus einen Rückzugsort fand.

Entartete-Kunst1-BM-Berlin-London1933 erfolgte die Berufung als außerordentlicher Professor, es kam jedoch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten zu seiner Entlassung. Nach Protesten seiner Studenten erfolgte seine Wiedereinstellung. 1937 wurden einige seiner Bilder bei der Ausstellung Entartete Kunst verunglimpft

 

Einen Teil der in Berlin geschaffenen Arbeiten „evakuierte“ Jaeckel auf die Ostseeinsel. Dort haben sie den Krieg überdauert. Neben Aktbildern entstanden auf Hiddensee Gemälde von Dünen, Wellen und dem Leuchtturm als Wahrzeichen der Insel.

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“Dünen auf Hiddensee”
Pastell auf Papier
50 x 65 cm
Signatur u. L.: “W. Jaeckel”
zw. 1925 – 1935
Preis auf Anfrage

„Am nachmittäglichen Strand sitzend, wenig Menschen um mich herum, recht still nur die Wellen glucksend auslaufend […] ist es eines der hundertgesichtigen Bildungen und Wandlungen der Natur […] eigenartig auch mein Verhältnis zu Hiddensee in diesem Sommer“, schrieb Willy Jaeckel im August 1939 an eine Freundin.

Der Hiddensee-Nachlass Jaeckels wird heute im Tegernseer Tal nahe München bewahrt und gepflegt. Sein 200 Radierungen umfassendes graphisches Hauptwerk MENSCHGOTT-GOTT-GOTTMENSCH (1920-1923) galt in den Jahren der Verunsicherung und Desorientiertheit nach dem Ersten Weltkrieg als ein Versuch, mit den Mitteln der Kunst die Weisheit des Alten Testaments und Elemente fernöstlicher Religionen miteinander zu verknüpfen. In dieser Zeit bearbeitete er zahlreiche religiöse Themen.

Willy Jaeckel

“Steilküste auf Hiddensee”
Pastell auf Papier
60 x 50 cm
Signatur u. L.: “W. Jaeckel 35”
datiert 1935
Preis auf Anfrage

Ein großer Teil seiner Bilder verbrannte bei Bombenangriffen auf Berlin. Anfang 1944 wurde sein Atelier am Kurfürstendamm bei einem Bombenangriff getroffen und Willy Jaeckel im Luftschutzkeller verschüttet.

Sein vielfältiges Werk von Bildnissen, Akten, Landschaften und Stillleben sowie Graphiken findet sich in Museen und Privatsammlungen. Zu seinen wichtigen Schülern zählen die Darmstädter Malerin Ricarda Jacobi und Hans Oldes Sohn Hans Olde der Jüngere.

Seine letzte Ruhestätte auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf wird als Ehrengrab des Landes Berlin erhalten.

Literatur (Auswahl)

  • Willy Jaeckel. In: Ulrich Thieme, Felix Becker u. a.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 18, E. A. Seemann, Leipzig 1925, S. 324.
  • Peter Jaeckel: Jaeckel, Willy. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 263 f. (Digitalisat).
  • Gerhard Strauß (Begr.), Harald Olbrich (Hrsg.): Lexikon der Kunst. Architektur, Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Industrieformgestaltung, Kunsttheorie. Band 3. Seemann, Leipzig 2004, ISBN 978-3-86502-084-0, S. 495f.
  • Wolfgang Maier-Preusker (Hrsg.): Buch- und Mappenwerke mit Grafik des Deutschen Expressionismus. Begleitkatalog zur Ausstellung in der Hansestadt Wismar 2006. Maier-Preusker, Wien 2006, ISBN 978-3-900208-37-0.
  • „Um uns ist eine Schöpfungstag“ Von der Künstlerkolonie bis heute, Hrsg. Kunstmuseum Ahrenshoop, Ahrenshoop 2013, ISBN

 

Quelle:  Wikipedia, März 2016


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