Ab nach München! – Künstlerinnen um 1900

Ab nach München!

Künstlerinnen um 1900 in der bayerischen Landeshauptstadt

12.9.14 bis 8.2.15 | Münchner Stadtmuseum 

910wCdF4emL„Ab nach München!“, schreibt Gabriele Münter 1901 in ihr Tagebuch, nachdem ihre Freundin Margarete Susmann sie auf die Damen-Akademie aufmerksam gemacht hat. Wie viele andere junge Frauen geht sie nach München, um dort Malerei zu studieren.

Um 1900 ist München sowohl Kunststadt als auch ein Zentrum der Frauenbewegung. Neben dem Ziel, Frauen zu staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Rechten zu verhelfen, ist eines der zentralen Ziele der Frauenbewegung die Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten. Gefordert wird u.a. der Zugang zu den Universitäten, was in Bayern schließlich ab 1903 möglich ist. Frauen mit dem Wunsch, Künstlerin zu werden, kämpfen lange vergeblich um den Zugang zur Königlichen Akademie der Bildenden Künste, der ihnen erst ab 1919 gewährt wird. Zofia Stryjenska versucht, dieses Verbot zu umgehen und immatrikuliert sich unter dem Namen ihres Bruders. Als Mann verkleidet studiert sie ein Jahr, bevor die Täuschung auffliegt und sie die Akademie verlassen muss.

Um auch Frauen eine professionelle künstlerische Ausbildung zu ermöglichen, ergreifen diese 1882 mit der Gründung des Künstlerinnen-Vereins selbst die Initiative. Zwei Jahre später eröffnen sie die Münchner Damen-Akademie, die nach dem Vorbild der Königlichen Akademie der bildenden Künste organisiert ist. Die Institution ist bald weithin bekannt und zieht zahlreiche junge Frauen aus dem In- und Ausland an. Hier schreibt sich neben Gabriele Münter zum Beispiel auch Käthe Kollwitz ein.

Bereits etwas früher wird Frauen eine Ausbildung im kunstgewerblichen und kunstpädagogischen Bereich zugestanden und staatlich gefördert. So ist die Ausbildung zur Zeichenlehrerin ab 1872 in der „Weiblichen Abteilung“ der Königlichen Kunstgewerbeschule möglich. 1902 werden in München die „Lehr- und Versuchsateliers für Angewandte und Freie Kunst“, kurz „Debschitz-Schule“, gegründet. Der Besuch dieser reformorientierten Institution ist Frauen von Anfang an erlaubt und der Zulauf entsprechend hoch. Ab 1905 können Frauen schließlich auch die „Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie“ besuchen und erzielen hier mit ihren Arbeiten rasch Erfolge.

Münchner StadtmuseumEine Ausstellung im Münchner Stadtmuseum vermittelt ab 12. September einen Überblick über das künstlerische Schaffen der Frauen vor diesem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Gezeigt werden ca. 300 Werke bekannter und bisher unbekannter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Möbelkunst, Schmuck, Glas, Keramik, Porzellan, Textilien und Fotografie.

Quelle: Veranstaltungsportal München

 

MEDIEN-Tip:

br_bayern2Radio Bayern 2 – Bayerisches Feuilleton „Künstlerinnen um 1900 bekennen Farbe“

RadioVon Katinka Strassberger anlässlich der Ausstellung im Münchner Stadtmuseum vom 12. September 2014 – 15. Februar 2015 u.a. mit kurzem Interview mit Joergen Degenaar (Inhaber der Galerie „Der Panther“)

Ausstrahlungstermine in Radio Bayern 2:
Samstag, 06.09.2014 um 08:05 bis 09:00 Uhr
Wiederholung am Sonntag, 07.09.2014 um 20:05 bis 21:00 Uhr
oder einfach oben direkt auf das Radiosymbol klicken !!!

Die Galerie „Der Panther“ unterstützt das Münchner Stadtmuseum während der Ausstellung mit einer Gemälde-Leihgabe der Künstlerin Anna Klein (* 16. Februar 1883 in Nürnberg – 1941 im Konzentrationslager Kowno).

Dachauer Moos - Schafherde mit Hirte

“Dachauer Moos – Schafherde mit Hirte“
Öl auf Leinwand
50 x 70 cm
sign. u.r. „A.Klein“
Entstehung zwischen 1915 – 1930
Preis auf Anfrage

Literatur/Abbildung: “Ab nach München” – Künstlerinnen um 1900; Antonia Voit; Verlag / Label: Süddeutsche Zeitung Edition; [2014]

 

 

Anna Klein war die Tochter eines jüdisch-stämmigen zum evangelischen Glauben konvertierten Wein- und Hopfenhändlers. Klein studierte an der privaten Malerinnenschule in Karlsruhe (1902/1903) und vervollständigte ihre künstlerische Ausbildung an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins. Um 1905 kam Anna Klein, die zum katholischen Glauben übertrat, nach Dachau und besuchte die vor allem von Frauen besuchte Malschule Hans von Hayeks. Ihr Aufenthalt in Dachau ist bis etwa 1909 nachweisbar. Seit 1907 ist sie in München gemeldet. Als Schülerin der an Königlichen Kunstgewerbeschule von 1909 bis 1912 – einer ihrer Lehrer war Julius Diez – schloss sie ihr Studium mit dem Examen als Zeichenlehrerin ab. Von 1907 an war sie zudem als Schülerin des Künstlerinnen-Verein München eingetragen. Diesem Verein war eine Damenakademie angegliedert, an der sie unter anderem von Max Feldbauer unterrichtet wurde. Nach Abschluss der Zeichenlehrerinnenprüfung München betätigte sich Anna Klein als private Zeichenlehrerin. Zusammen mit einer Freundin leitete sie eine eigene Zeichenschule. Max Feldbauer und Hans von Hayek haben Klein vor allem in ihrer Arbeitsweise und der Wahl ihrer Sujets geprägt. Die Landschafts-, Tier- und Genrebilder in Öl, die sich hauptsächlich mit dem bäuerlichen Leben befassen verraten ein gründliches Studium der Natur, wie es beide lehrten. Sie schildert Mensch und Tier, Arbeitsvorgänge und religiöses Brauchtum mit Motiven überwiegend aus Oberbayern und Tirol. Anna Klein war 1919, 1920 und 1922 mit Ölgemälden und Graphik im Glaspalast in München, 1914 auf der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig vertreten und hatte 1927 eine Einzelausstellung im Axel-Juncker-Verlag in Berlin. Sie war Mitglied des Künstlerinnen-Verein München und des Reichsverbandes Bildender Künstler Deutschlands in Berlin. Die Künstlerin wurde am 20. November 1941 von München in das Ghetto von Kowno (anderen Orts wird irrtümlicherweise Theresienstadt angegeben) verschleppt, wo sie fünf Tage später ermordet wurde.

Quelle: wikipedia
Foto: Galeriebestand „Der Panther“


panther-logo-fuer-webDie Galerie „Der Panther“ – fine art

widmet sich hauptsächlich Werken des Deutschen Impressionismus, Expressionismus und der Klassischen Moderne.

-> zum Künstlerverzeichnis unserer Galerie

 

 

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